Zeitungsbericht Sektionsabend Januar 2013

Bildervortrag von und mit Peter Abart beim Alpenverein Sektion Deggendorf.

 

Durch Patagonien vom Pazifik zum Atlantik

 

Mit einer Satellitenaufnahme von Südamerika vom Frühjahr 2011 führte Peter Abart seine Zuschauer beim ersten Sektionsabend des Alpenvereins in diesem Jahr in seinen Bildervortrag über seine Reise durch Patagonien ein. Das Bild zeigte die gewaltigen Ausmaße einer Rauch- und Aschwolke von einem Vulkanausbruch in Süden Chiles. Der Wind trug riesige Mengen von Asche- und Sandpartikeln quer über den ganzen Kontinent und das argentinische Festland und noch hunderte von Kilometern entlang der Atlantikküste nach Norden. Der Flughafen von San Carlos de Bariloche war fast ein Jahr lang gesperrt.

 

Damit stellte der Vortragende Peter Abart eine Verbindung her, zu seiner Reiseroute, die ebenfalls im Westen Argentiniens in San Carlos de Bariloche begann und nach Osten, Pto. Deseado am Atlantik und wieder zurück führte. Zunächst machte die sechsköpfige Reisegruppe Ausflüge die Berge des im Winter gut besuchten Skigebietes Catedral. Von hier aus boten sich herrliche Ausblicke auf den National-park Nahuel Huapi mit seiner ausgedehnten Seenlandschaft. Bariloche, das sich die Schweiz Argentiniens bezeichnet, ist bekannt durch seine Schokoladeherstellung.

 

Der Vortragende zeigte beeindruckende Bilder von seinen Ausflügen zum Tronadorgletscher, wo Eismassen über eine mehr als 800 Meter hohe Felswand kalbend in die Tiefe stürzen. Auf der Fahrt mit einem Kleinbus gings zunächst nach Süden, vorbei am Alerces-Nationalpark in die Weiten der argentinischen Pampa. „Die Wolle der hier wild lebenden Guanakos, wäre für die Einheimischen bei einem Kilogrammpreis von 800,-€ eine gute Einnahmequelle, doch es ist äußerst schwierig, diese scheuen Tiere einzufangen“, so Abart. Herrliche Stimmungsbilder folgten mit beeindruckenden Wolkenformationen und ockerfarbenen Ichu-Graslandschaften.

 

Als die Reisegruppe bei Pto. Desseado die Atlantikküste erreichte, steuerte sie gleich mit einem Boot eine kleine Insel an. Auf den Streifzügen konnte der Vortragende exzellente Aufnahmen von Magellanpinguinen, Rock-Hopper-Pinguinen, Seebären, Seeelefanten und Seelöwen, sowie von verschiedenen Kormoranarten einfangen.

 

Zum Teil schwierig gestaltete sich die Weiterfahrt zurück zu den Anden, nach El Calafate, „denn nach Regenfällen wird das Weiterkommen auf den lehmigen Straßen praktisch unmöglich“, so Abart. Die Reisegruppe erreichte aber dennoch den weltbekannten Lago Argentino mit dem gewaltigen Perito Moreno-Gletscher. Das 4 bis 5 Kilometer lange und 60 Meter Hohe Gletscherende, ist in ständiger Bewegung. So kann man immer wieder abbrechende Eismassen und die sich durch den gewaltigen Druck auf das Eis veränderte blaue Färbung sehen. Wie ein abstrakter Maler mit der Kamera zeigte Abart Detailaufnahmen von Ultramarin bis ins Paynesgrau gehende Gletscherstrukturen.

 

Besonders begeistern konnte Abart aber seine Besteigerfreunde mit den Aufnahmen, die ihm von den kleinen Ort El Chaltén aus gelangen. Die zur Besteigung wohl nur der Kletterelite vorbehaltenen, bekannten Felsnadeln vom Fiz Roy bis zum Cerro Torre konnte der Vortragende sogar bei Sonnenaufgang ablichten. Mit diesen Bildern schloss Abart seinen Reisebericht über die vierwöchige Rundfahrt mit insgesamt 4.600 Kilometern.

 

 

Text zum Bild:

 

Rechts die meist mit Eis überzogene Felsnadel des Cerro Torre in Patagonien.

 

Foto: Peter Abart

 

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