Bericht von Lawinenkurs am 24-27.02

Michs Powder-Träume oder:  wenn der Lehrling den Wetterbericht schreibt

 

Donnerstag:
Treffpunkt 07.00 Uhr schon etwas früh für den oder die Andere, dafür weiß Lisa jedoch die Situation mit Brezn für alle zu retten. Also auf in Richtung Innsbruck – Thaur um genau zu sein. Nach 3,5 stündiger Anreise erst mal gesammelt energiereiche Nahrung für die kommenden Tage eingekauft. Klarerweise darf auch das Gösser danach nicht fehlen

( 1+1 hält auch nicht unbedingt länger ;)  ).

Ab in die Unterkunft, und wieder rauf auf den Berg -  1. Einheit LVS-Grundlagen Wiederholung. Nachdem alle verschütteten LVS-Geräte wieder ausgebuddelt warn, hieß es auf nach Hause. Erst mal ordentlich Theorie vermitteln dachte sich der Mich und professionell vorbereitet gings auch schon los mit der Power Point. Von den grundlegenden Lawinenarten über das Lawinen-Mantra (Planung , vor Ort, Einzelhang, …)  bis zur Vermittlung der Grundkenntnisse Karten zu lesen, fand alles seinen Platz.
Und spätestens um 22 Uhr dann auch wir in unseren Betten, denn 07.00 war ja schon die Abfahrt Richtung Lampsenspitze (Praxmar) geplant.

 

Freitag:
Wettervorhersage: Sonne ab 08.00.
Mit dieser Info gings motiviert Richtung Gipfel. Es kam anders (O-Ton Mich: Ich hab 3 Wetterberichte gecheckt.) : 08.00- Schneefall, 09.00 Schneefall, 10.00 heftiger Schneefall, 11.00 Nebel, 12.00 wir haben uns verlaufen. 1.Lerneinheit: nicht blindlings auf vorgespurte Wege vertrauen. Aber wofür haben wir denn unseren erfahrenen Skiführer Mich dabei.  Mit GPS und seiner Routine gings wieder back on track und bald darauf, kurz vor dem Gipfel – öffnete sich die Wolkendecke. Wir errichteten ein Skidepot und die letzten 50 Meter ging es zu Fuß bis zum 2875 m hohen Gipfel. Bei Gipfelschnaps und Sonne war dann auch die Letzte wieder am strahlen. Dann hieß es nur noch Pow Pow Pow.
So eine Tiefschneeabfahrt verzeiht so manche Höhenmeter. Wieder Zuhause gings an unsere eigene Tourenplanung für den nächsten Tag. Der Widdersberg war schließlich unser Ziel – Lawinenlagebericht check, Hangausrichtung check, Snowcard check, Karten auf unsere Handys laden check,  Wetterbericht ab 09.00 Sonne check.

 

Samstag:
06.00 der Wecker klingelt – Vorhänge auf – ähh 5 cm Neuschnee in Thaur – was war das nochmal mit dem Wetterbericht ? Heute hieß es Führungskraft beweisen, denn wir mussten uns selbst durch die Nebelschleier der Alpen manövrieren. Abwechselnd hieß  es Spuren, Spitzkehren (immer obacht mit dem richtigen Steigungswinkel), Navigieren, aber wohin denn wenn doch alles so diffus weiß ist um uns herum (1.Lerneinheit abrufen oder  einfach jeden Fehler 2 Mal machen). Aber auch wir habens dann irgendwann zum Gipfel geschafft, während Hänge nach Ihrer Steilheit eingeschätzt wurden, Triebschneeansammlungen entdeckt und somit Gefahrenpotentiale versucht wurden zu erkennen. Gipfelschnaps in der Sonne (wer hätts gedacht)  und dann:  Pow Pow Pow. Aber halt, erst einmal noch, Lerneinheit 3:  Schneeprofile schaufeln. Während Tom sich bis China vorgrub, hat sich der Rest von uns aufs Schneeklopfen konzentriert. Aber dann endlich hieß es ab durch den Schnee. So hat jeder seine eigenen Vorlieben entdeckt. Kamikaze-Max kannte keine Bremse, Lisas neue Leidenschaft: Tiefschnee trotz Lawinenkurs, Tanja-Gonzales - als Erste oben als Erste unten, Tom nur mit Stil kommt man auf jedes Foto, Moni mit Schwung aus der Hüfte elegant über die Hänge, Sina – warum geht’s bei Skitouren nicht nur bergab?. Michs Aufgabe des Tages, seine Stop-and Go Truppe in Bewegung zu halten. Angefixt von all unseren Vorlieben wurde beschlossen am 4. Tag sich doch nochmal in die Skier zu klippen (Sina hats dann auch erkannt - Splitboard vs. Skier).

 

Sonntag:
Trotz der Sellerieeinlage warn alle frisch und munter um 07.15 wieder Abfahrbereit. Tourencheck – Pieps, Schaufel, Sonde, Felle, Sonnenbrille , Max ? Sonnenbrille ? Sonnencreme und ja nicht sparen, gell Mich ! Heutiges Ziel Mariannenrinne kurz vor der Nockspitze über das Birgitz Köpfl.
Wetterbericht: Sonne satt. Und dieses Mal wars auch so.
Auf dem 1. Gipfel angekommen, weitere Einschätzung der Tour: Kaspressknödel und Hüttenflair vs. zamkniffene Arschbacken vom Soja-Bohnengulasch vom Vorabend.  Somit hat der Mich die Entscheidung getroffen – Abfellen und ab geht’s zur Abschiedshoibe.


Sau schee wars ! Gern wieder mit dir Mich – und mit m Rest natürlich auch!

 

Text: Sina