Gipfelkraxler in der Granatspitzgruppe

Sigi Stangl organisierte seine letzte DAV-Hochtour(23.-25.08.) für 2019 im schönen Osttirol, Nationalpark Hohe Tauern.


Der zentrale Stützpunkt in der südlichen Granatspitzgruppe ist die Sudetendeutsche Hütte (2650 m), eine beeindruckende Hochgebirgs-Schutzhütte mit Bergsee der Sektion Schwaben. Ein schöner Aussichtsplatz auf der Oberen Steineralm. Dort weht ein Hauch von nepalesischem Wind durch die Tiroler Alpen. Ang Kami Lama hat 2018 die Bewirtschaftung übernommen. Er kommt aus Nepal und hatte mehrere Jahre als Träger und Bergführer im Himalaya gearbeitet.
Von dieser Schutzhütte starteten wir unsere gletscherfreien Besteigungen mehrerer 3000er:
Gradötzspitze, 3063m,
Kleiner Muntanitz, 3192m,
Großer Muntanitz, 3232m,
Vordere Kendlspitze, 3088m,
Freitag, 23.08.2019 - Gradötzspitze (3063 m)


Wir - das sind Sigi, Uschi, Erich, Martina, Sabine und Alex. In zwei Fahrgemeinschaften ging‘s los um 5 Uhr früh, Richtung Mittersill über den Felbertauern Tunnel bis kurz vor Matrei in Osttirol. Links hoch der Beschilderung nach folgend bis zum Parkplatz Glanz.


Wir folgten dem Wegweiser in Richtung „Edelweißwiese“ und „Äußere Steineralm“. Und wanderten an dem Tal des Steiner Baches entlang bis wir die Steiner Alm (1914 m) erreichen. Endlich durften wir uns nach der langen ca. 4-stündigen Fahrt stärken – als i-Tüpfelchen ein Tiroler „Guiness“ für Sigi und ein genüsslicher „Kaiserschmarrn“ von Uschi für uns alle!
Darauf erwartete uns ein herrlicher Panoramaweg mit prächtigem Tiefblick auf Matrei. Der Aufstiegsweg erinnert ein wenig an die schottischen Highlands. Inmitten saftiger Almwiesen findet man einen prächtigen Wasserfall, viele Murmeltiere und Alpenblumen. Uns begleitet das Rauschen des Wildbaches. Nach weiteren ca. 4 Stunden mittelschwerem Aufstieg mit zahlreichen Kehren eröffnet sich endlich der „neblige aber schöne“ Ausblick zur hochgelegenen Sudetendeutschen Hütte (2650 m) mit den Wellfachköpfen dahinter.  
Die Hütte mit kleine

m Bergsee im „Vorgarten“ bietet nicht nur für uns Frauen die perfekte „Wellnessumgebung“ im DAV-Sonnenliegestuhl! Auch Erich genießt die zu erahnende herrliche Aussicht im Liegestuhl auf die 3000er der Muntanitzgruppe. Unser Motto des Tages gemäß Karl Valentin in abgewandelter Form „I gfrei mi wenn`s neblig is, weil wenn i mi ned gfrei, is trotzdem neblig!“
Nach einer kurzen Pause mussten die „erfahrensten Bergler“ noch auf einem Gipfel stehen. Überden Sudetendeutschen Höhenweg bis zur Abzweigung Gradötzspitze erreichten wir diese über einen markierten Steig durch Geröll. Die Sicht war durch den Nebel noch begrenzter.


Aber der Erfolg einer Wanderung hängt auch maßgeblich vom leiblichen Wohl und dem gefüllten Magen des Bergsteigers ab. Alex und Sigi waren experimentierfreudig und bestellten das liebste Bergsteigeressen der Sherpas. Das sind gedämpfte Teigtaschen, die mit Hackfleisch oder auch Spinat gefüllt werden. Sie heißen Momos. Dazu reicht Ang Kami Lama eine Sesamsoße und Salat mit dem hausgemachten Dressing seiner Frau. Die nicht experimentierfreudige Sabine war sichtlich nicht so zufrieden mit ihrem „bayrischen Kasseler“.
Martina und Sabine freuten sich schon frühzeitig auf ihr Schlafgemach, um am nächsten Tag ausgeruht für den höchsten Gipfel der Granatspitzgruppe „der Große Muntanitz“ (3232 m) zu sein.


24.08.2019 – Großer Muntanitz (3232 m)
Nach üppigen Frühstück und obligatorischen Kaffee für unseren Guide Sigi starteten wir um 8 Uhr im „Grauen des Nebels“. Der Weg über die Wellachköpfe (3037 m) und den Kleinen Muntanitz (3192 m) bietet 3 Dreitausender auf einer kurzen eisfreien Tour.


Allerdings gibt es eine versicherte Passage, auf der man durch einen Kamin (I+) abklettern muss. Die Aussichten in die Venediger- und Glocknergruppe wären herrlich. Man wandert immer in Kammnähe hoch über dem Gradötzkees und könnte mal den Blick zum Großvenediger nach Westen und mal zum Großglockner nach Osten genießen. Leider war es wieder so neblig, dass wir am Gipfel keine längere Mittagspause einlegten. Das Panorama soll sehr beeindruckend sein. Wir erahnten das Erlebnis, den der „Heidira“ (Heutrockner/ Sonne) blickte nur manchmal durch den nebelverhangenen Wolkenhimmel. Dafür entschädigten uns Uschi und Alex mit sehr gutem „Gipfelschnaps“! Und Sabine mit „blauen Flecken“, von denen sie scheinbar nicht genug kriegen konnte! Aber das ist eine andere Geschichte!


Den Nachmittag verbrachten wir mit dösen, klönen, lesen und kurzen Spaziergängen zum hüttennahen „Glocknerblick“ in der Hoffnung, den Glockner doch noch zu sehen.
Den Abend gestalteten wir diesmal mit Niederösterreichern am Tisch sehr lustig. Alex spendierte uns einen Geburtstagsschnaps, dann folgten noch weitere verschiedene Sorten. Das „Mensch-ärgere-Dich-nicht“ Spiel – wie treffend gestaltete sich sportlich! Erich bereitete es „Ohrenschmerzen“ – Sabine musste die Erlebnisse am Brettspiel lautstark kommentieren. Die Gäste im Raum mussten tolerierend daran teilnehmen – Oweia!


25.08.2019 – Kendlspitze (3088 m)
Heute, am letzten Tag in der Granatspitzgruppe – kommt endlich der „Heidira“ durch! Der Aufstieg zur Kendlspitze ist eine alpine Bergtour mit Steinschlaggefahr und versicherten Stellen.
Der Weg zum Kamm zwischen Hinterer und Vorderer Kendlspitze führt durch ein Schuttkar, in dem wir stets auf Steinschlag aufpassen mussten. Mit vorsichtigem Gehen kommen wir auf der Pfadspur problemlos bis unter den Grat. Hier haben wir die Stöcke deponiert, der Helm bleibt auf dem Kopf. Die letzten Meter geht es nun seilversichert am Grat entlang zum markanten Gipfelkreuz der Kendlspitze. Für Erich und Sabine ein hervorragender Aussichtsbalkon der „Klettermaxi´s“. Die Sicht ist heute schon besser! So werden wir doch noch von schönen Ausblicken in die Alpenwelt, insbesondere Großvenediger und Glocknergruppe belohnt.


Nach einem flotten Abstieg verabschiedeten wir uns von Ang Kami Lama und seinem Team aus Nepal und kehrten am Rückweg nochmals auf der Steiner Alm ein. Glücklich über ihre erste 3000er Besteigung wollte Martina mit uns den Gipfelerfolg mit einer Flasche Rotwein feiern. Nach einer deftigen Brotzeitpause haben wir das auch gemacht.
Lieber Sigi, wir bedanken uns herzlich für die Organisation und Führung der erfolgreichen Tour. Auch wenn uns diesmal nicht soviel „Sonne“ lachte, wie wir es von Deinen Touren kennen und mittlerweile auch schon „erwarten“ ;), war es wieder eine gelungene Tour!


Bedanken möchte ich mich auch bei der Gruppe. Es war wieder schön, ausgelassen und ungezwungen. Nur das „Drücken“ sollte noch geübt werden! Darauf freue ich mich schon!
Namaste. Liebe Grüße Sabine

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