Bericht zur Bergtour in den Chiemgauern

„Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen.“ So steht es schon in der Bibel, und weil wir, Christine, Dagmar, Florian, Heinz, Hermann, Marianne und Uschi allesamt keine Propheten sind, und wir zudem vermutlich lang warten müssten, bis die Chiemgauer-Berge zu uns nach Deggendorf kommen, haben wir uns kurzerhand am Freitag, den 21.09.2018, pünktlich zum Herbstanfang entschlossen dorthin zu fahren.

 

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz Seegatterl zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl. Zunächst folgen wir etwa ein gutes Stündchen einer Forststraße, die aber dann zu einem angenehm ansteigenden Wanderweg wird und uns durch den ein oder anderen Almengrund führt. Die Sonne zeigt sich nochmals in all ihrer spätsommerlichen Pracht und empfängt uns nach einer kurzen steinigen Passage am Straubinger-Haus. Dort gibt ́s dann erstmal Kaffee und Kuchen, Quartier wird bezogen und die Rucksäcke werden abgestellt. Frisch gestärkt geht’s nun zum Abendspaziergang aufs Fellhorn. Dort genießen wir die traumhafte Sicht auf das umliegende Gebirge: das Sonntagshorn, die Loferer Steinberge, der Wilde Kaiser – um nur einige zu nennen – zeigen sich in vollem Glanze. Dann heißt es: Essen-Fassen im Straubinger-Haus bzw. die heiße Schlacht am kalten Büfett. Nachdem so manche Schlacht geschlagen bzw. auch so mancher Bauch vollgeschlagen ist, werden Geschichten ausgetauscht, denn mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team, das sich spätestens seit der diesjährigen gemeinsamen Tour in den Kitzbühler-Alpen kennt. So will jeder wissen, welche Bergabenteuer die anderen im Sommer erlebt haben. Müde und zufrieden gehen wir in unsere Betten.

 

Am nächsten Tag marschieren wir bei frischem Wind los. Der Herbst ist da! Eine eigenartige, aber doch phantastische Wetter- und Wolkenstimmung begleitet uns auf unserem Weg Richtung Steinplatte. Nach einer kurzen Stärkungspause an der Stallenalm gehen wir weiter auf einem immer enger und ausgesetzter werdenden Pfad bis zum Gipfelsteig. Nochmal einen schnellen Schluck aus den Flaschen und auf geht die Kletterei zum Gipfel: Wir wählen den Wieslochsteig, der einem Vorsicht abverlangt, aber doch von jedem zu bewältigen ist. Oben angelangt sind es noch ein paar Schritte durch die Latschen und dann erwartet uns nach der gemeisterten Kletteraufgabe das wohlverdiente Gipfelglück. Beim Speichersee auf der Steinplatte gibt’s nun Brotzeit. Später lockt uns noch der Ausblick Richtung Großglockner und Großvenediger auf der Aussichtsplattform der Steinplatte. Schnell lassen wir die künstliche Welt der dort installierten Urzeitriesen hinter uns und steigen ab zur Winkelmoosalm. Beim dortigen Abendbrot lassen wir die Erlebnisse der zwei traumhaften Tage Revue passieren und gehen von dort mit einem Rucksack voller Eindrücke und mit etwa 25 Kilometer Fußmarsch auf den Sohlen zum Parkplatz Seegatterl zurück.

 

Bericht von Florian Salzberger

 

Bilder von Uschi und Dagmar

 

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