Bericht Sektionsabend 09.2018

Faszination Hochtouren
Bilder Vortrag von Sigi Stangl beim Alpenverein

 

Der Vereinsvorsitzende Jürgen Fröbus konnte beim ersten Sektionsabend nach der Sommerpause im Bistro der neuen Kletterhalle zahlreiche interessierte Bergfreunde willkommen heißen, denn der zu erwartende Vortrag versprach ein alpines Kontrastprogramm zur vorhandenen Örtlichkeit von eher sportlich ambitionierten Kletterern. Nach einer kurzen Vorschau auf die anstehenden Vereinsaktivitäten übergab Fröbus dem Fachübungsleiter für alpine Hochtouren, Sigi Stangl, das Wort.

 

Eine ganze Reihe seiner geführten Touren in das vergletscherte Hochgebirge waren Gegenstand der folgenden Bilderserie und so mancher der anwesenden Alpinisten fand sich am Seil von Sigi Stangl, blanke Gletscher traversierend, oder kletternd an ausgesetzten Urgesteinsgraten, auf der Leinwand wieder. Stützpunkte für die Hochtouren waren meist hoch gelegene Hütten, wie die Nürnberger Hütte, das Westfalenhaus in den Ötztaler bzw. Stubaier Alpen oder das in den Hohen Tauern gelegene Zittelhaus auf dem Gipfel des Hohen Sonnblick, der gleich daneben angebaut eine Station des österreichischen Wetterdienstes beherbergt. Die Gelegenheit einer Gipfelnächtigung ließ Stangl natürlich nicht aus, faszinierende Aufnahmen von stimmungsvollen Sonnenaufgängen mitzunehmen. Der Vortragende komplettierte seinen Bilderreigen mit immer wieder eingestreuten künstlerischen Aufnahmen von Alpenblumen wie Enzian oder Alpenrosen oder perspektivisch optimal ins Bild gesetzten originellen Steinmännchen.

 

Was Stangl aber immer wieder mit besonderem Nachdruck betonte, waren die durch den Klimawandel auffallenden Veränderungen von Gletscher und Eis. „In den wenigen Jahren, die ich als Hochtourenführer unterwegs bin, konnte ich immer wieder Grate und Übergange erleben, über die ich vor einigen Jahren noch über reinen Firn steigen konnte und die jetzt nur noch lockeres Geröll und brüchigen Fels aufweisen“ so der Fachübungsleiter. Das Führen auf Hochtouren sei dadurch nicht einfacher geworden und für die Teilnehmer ist äußerste Konzentration und manchmal sogar das sichernde Seil erforderlich. In seinen Fotos führt Stangl seine Mannschaft häufig durch ein offenes Spaltengewirr über blanke, zerrissene Gletscher oder über plattige ausgesetzte Grate. Dass es den meisten seiner Teilnehmer aber letztendlich doch immer gefallen hat, zeigt das euphorische Lachen auf seinen Gipfelbildern.

 

Letztendlich konnte Stangl seiner Zuschauerrunde vorführen, dass alpine Hochtouren trotz der aller klimatischer Veränderungen immer noch eine Faszination darstellen und die Teilnehmer in der Regel mit reichlichen Erlebnissen nach Hause kommen.

 

Wang

 

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Über einen ausgesetzten Felsgrat führt heute der Schlussanstieg auf den Breiten Grieskogel in den Stubaier Alpen, von der Winnebachseehütte aus. (Foto: Stangl)