Bericht Sektionsabend 05.2018

Iran und Damavand im Winter und Sommer – Bergerlebnis und Kultur
Bildervortrag im Bistro der Kletterhalle des Deggendorfer Alpenvereins

 

Der Iran füllt ganz aktuell, aufgrund der internationalen Politik, mit eher negativen Schlagzeilen die Titelseiten der Medien und so verblüffte es nicht, dass etwa 50 Besucher das Bistro der neuen Kletterhalle des Deggendorfer Alpenvereins beim letzten Sektionsabend füllten. Stand doch, ganz ungewollt mit der derzeitigen Politik, das Thema Iran mit der Besteigung des Damavand (5.671 m) und Kultur, auf dem Vortragsprogramm.

 

Der Vereinsvorsitzende Jürgen Fröbus hieß die Anwesenden herzlich willkommen und erteilte nach einer kurzen Rückblende sowie Vorschau auf die Vereinsaktivitäten, dem Projektleiter der Kletterhalle, Erwin Schmid für ein kurzes Statement zum Kletterhallenbau, das Wort. Dieser konnte zur Freude des Anwesenden, den lang ersehnten Eröffnungstermin der Kletterhallenbetriebs bekannt geben. „Wir sperren jetzt endlich auf. Am Pfingstsamstag, den 19. Mai 2018 um 16.00 Uhr sind alle recht herzlich eingeladen, selbst Hand an die Klettergriffe zu legen“ so Schmid. Die Halle ist somit ab diesem Zeitpunkt, täglich von 16.00 bis 22.00 Uhr (außer montags) und auch an den Pfingstfeiertagen geöffnet.

 

Ebenfalls mit einer großen Kletterhalle versehen, war die Unterkunft des iranischen Bergsteigerverbandes, die Wolfgang Angermeir und seine Frau Ria Putz, zusammen mit einer Südtiroler Bergsteigergruppe bewohnten. Im April 2016 waren sie zur Besteigung des 5.671 m hohen Damavand nach Teheran, mit seinen 15 Millionen Einwohnern, die Hauptstadt des Iran, gereist um in einer zweieinhalb stündigen Busfahrt in das kleine Bergdorf Polur im nahe gelegenen Elbursgebirge (nicht zu verwechseln mit Elbrus) zu gelangen. Die Bilder von Wolfgang Angermeir zeigten den tief verschneiten Vulkan, gleichzeitig höchster Berg des Landes, aus dessen Kulminationspunkt eine sog. Fumarole, also eine ständig qualmende, aus Dampf und Schwefel bestehende Rauchfahne in den Himmel steigt. Dieser ätzende Dampf sollte den beiden Bergsteigern kurz vor Erreichen des Gipfels noch erheblich zu schaffen machen. Bei gemischtem Wetter, wurden Akklimatisationstouren mit Skiern, in die nahen Doborarberge unternommen.

 

Nach ausreichender Höhenanpassung startete die Bergsteigergruppe mit ihren Tourenskiern zur 4.250 m hoch gelegenen Bargah-e-Sevon Hütte. Nach zwei frostigen Nächten in dem nicht beheizbaren Steinbau, brach man noch bei Dunkelheit auf, um in wohl dosiertem Tempo die bevorstehenden 1.500 Höhenmeter zu überwinden. Die relativ unschwierige Skitour, stellt in erster Linie wegen der Höhe Anforderungen an Ausdauer und Kondition, bevor nach etwa 5 bis 6 Stunden Aufstiegszeit, die Schwefeldampfsäule nochmals den ganzen Bergsteiger fordert. Umso befreiender ist dann der Gipfelmoment, der bei schönem Wetter Ausblicke bis zum kaspischen Meer parat hält.

 

Der Co-Vortragende des Abends, Hans Ströbl, war mit einer Bergsteigergruppe des Summit Club im Herbst desselben Jahres am Damavand unterwegs. Er selbst war am Vortrags¬abend leider erkrankt, doch seine Bilder von einem fast schneefreien Vulkanberg, hinterließen einen ganz eigenen Eindruck.

 

Beide Reisegruppen, absolvierten nach ihren Bergtouren, ein sich ähnelndes Kulturprogramm über Shiraz und Persepolis nach Isfahan. Die mehr als eineinhalb Millionen Einwohner zählenden Großstädte, weisen mit ihren Moscheen, Gartenanlagen, Mausoleen und Shrinen auf eine Jahrtausend alte Kultur Persiens hin. Fliesenornamente in überwiegend blauen Farbtönen verzieren zwiebelförmige Kuppeln und Minarette. Dabei sei in erster Linie das Saadi-Mausuleum, die Vakil-Moschee, die Nasr ol-Mulk-Moschee oder das Shah-Cheragh-Heiligtum zu erwähnen. „Für die Ausgrabungsstätte von Persepolis und die Naqsh-e Rostam Gräber aus dem 6. und 5. Jahrhundert vor Chr. würden einen eigenen Vortrag füllen“, so Angermeir und so wurde den Besuchern lediglich noch ein Streifzug durch die Brücken, Moscheen und Wasserpfeife rauchenden Iranerinnen in den Teestuben geboten.

 

Text und Bilder von: wang

 

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a) Skitourengruppe mit Ria Putz und Wolfgang Angermeir beim Gipfelanstieg zum Damavand, mit 5.671 Metern höchster Berg des Iran.

 

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b) Lothfulla-Moschee am Imam-Platz in Isfahan, Iran.