Bericht Sektionsabend 04.2018

Klettern und Wandern in den Anden von Kolumbien über Ecuador nach Peru
Bildervortrag von Johanna Killinger beim Alpenverein Deggendorf

 

Das Bistro der Kletterhalle des Alpenvereins war nahezu gefüllt, als beim vergangenen Sektionsabend die ausgebildete Trainerin für Sportklettern Johanna Killinger ihre Bilder von der letztjährigen Südamerikareise einem interessierten Publikum präsentierte. Gleich zu Beginn ihres Vortrages startete Killinger mit extremen Kletterbildern. Zusammen mit ihrem Partner hatte sie ein Klettereldorado aus Sandsteinfelsen zwischen Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens und Medellin besucht. Die im Nordwesten Kolumbiens gelegene Hauptstadt des Departamento Antioquia mit mehr als 2,4 Millionen Einwohnern, Ende des vergangenen Jahrhunderts schlechthin das Drogenkartell Kolumbiens und jetzt als modernste Stadt des Landes, mit U-Bahn, bunten Häusern und viel Kunst an Mauern und Straßen, war der eigentliche Startpunkt der Reise, die von hier aus nach Süden über Ecuador bis nach Peru führte.


Salento, mit seinen Kaffeeplantagen, Wachspalmen und Koloniefarmen sowie Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens und gleichzeitig eine der ältesten Städte Amerikas, warteten mit Musikfestivals oder einem Abstecher an die Pazifikküste auf. Angekommen in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, boten sich jede Menge Gelegen­heiten zur Besteigung von 4 – 5.000 Meter hohen Andengipfeln. Durch die außer­gewöhnlichen Schneefälle im August 2017, erschienen die Bilder von Killinger besonders eindrucksvoll, wie der unlängst erst noch tätige Vulkan Cotopaxi, der Pasochoa oder der Ruminahui. Durch den Rückgang der Gletscher aufgrund des Klimawandels, bilden sich immer mehr Kraterseen in den Anden. Ein besonders attraktives  Ziel der Vortragenden, war der türkis farbene Quilotoa, dessen gleichnamiger Gipfel knapp 4.000 Meter erreicht. Von Riobamba aus ist der höchste Vulkan Ecuadors, der 6.267 m hohe Chimborazo bereits gut sehen und ohne Führer erreichte Killinger schon mal die 5000 Meter Grenze.


Den letzten Teil der Reise unternahm sie zusammen mit ihrer Mutter, die ihr bis nach Peru nachgereist war. Neben der Hauptstadt Lima ist für Bergsteiger natürlich die auf 3.100 Metern hoch gelegene und zwischen den Andenketten Cordillera Blanca und Cordillera Negra eingebettete Bergsteigerstadt Huaraz besonders interessant. Der 4-tägige Santa Cruz Treck mit Eselbegleitung, brachte im Nationalpark Huascaran noch einige Höhepunkte, unter anderem den Blick zum 5.947 m hohen Alpamayo. Er gilt mit seiner perfekten Eispyramide als einer der schönsten Berge der Welt.

 

Text: wang


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Johanna Killinger zusammen mit ihrer Mutter vor der Arhuaycocha- Lagune auf 4420 m und dem 5.947 Meter hohen Alpamayo in der peruanischen Cordillera Blanca