Bericht Sektionsabend 01.2018

Vortrag beim Alpenverein über „Armenien, dem Land der Steine“

 

Die Bilder, die Christian Sedlmeier beim ersten Sektionsabend des Alpenvereins im neuen Jahr im Pfarrsaal von St. Martin seinen Zuschauern präsentierte, war auf den ersten Blick alles andere als ein Land der Steine. Vielmehr blühte es in allen Farben auf den schier endlosen Weiten der Vulkanhügel Armeniens.
Der Vortragswart des Vereins, hatte das Land im Sommer 2016 als Teilnehmer einer Trekkinggruppe von Hauser Reisen kennen gelernt und berichtete von einem Staat im Norden des armenischen Hochlandes, am Südrand des Kleinen Kaukasus gelegen. Zwei Drittel des hügeligen und mit zahlreichen erloschenen Vulkanen übersäten Landes, liegt höher als 1.800 m und bildet mit dem 4090 m hohen Aragaz die höchste Erhebung.


Mit 3 Millionen Einwohnern und einer Größe, die der Fläche des Landes Branden­burg entspricht, ist Armenien nur dünn besiedelt und ist als Binnenstaat, also ohne Zugang zum Meer, umringt von Georgien, Aserbaid­schan, Iran und Türkei. Etwa 1,2 Millionen Menschen leben in Jerewan der Hauptstadt Armeniens, durch die Sedlmeier im Vortrag seine Gäste führte. Er zeigte Bilder der gewaltigen, parkähnlichen Anlage Kaskade, von der Kunst in der Stadt, von monumentalen Denkmälern, der Oper oder der weltweit bekannten Brandy-, Wein- und Schnapsbrennerei Ararat. Von deren Namen lässt sich jederzeit eine Verbindung herstellen, zum „biblischen Berg Ararat“, höchster Berg im Osten Anatoliens, also der Türkei gelegen, ist er doch bei schönem Wetter jederzeit vom Armenischen Hochland aus gegenwärtig.
Das Mahnmal in Jerewan, über den Völkermord an den Armeniern, erinnert, an die 1915 und 1916 auf Befehl der jungtürkischen Regierung des Osmanische Reiches  umgebrachten 1,5 Millionen Menschen.


Seit 1991, also der Auflösung des Sowjetunion, ist Armenien ein unabhängiger Staat. 90 % der Bevölkerung des Landes gehören der Armenischen Apostolischen Kirche an und Armenien darf sich mit seiner Gründung im Jahre 314 n.Chr. als ersten christlichen Staat der Welt nennen. Zahlreiche Kirchen und Klöster, von denen die Reisegruppe einige besucht hatte, zeugen aus dieser Vergangenheit. Die Klöster Khor Virap, Norawank in der Schlucht des Amaghu gelegen, Geghard, mit dem aus einem Felsen gehauenen Hauptkirchenschiff oder der hellenistische Mithras-Tempel Garni mit seinen 24 ionischen Säulen, waren Besuchsziele der Reisegruppe. Nicht zu vergessen das Kloster Sevanavank, direkt oberhalb des größten Sees Armeniens gelegen, dem Sevansee oder das Kloster Tatew, alle reichlich versehen mit den aus Stein gehauenen Kreuzsteinen, sog. Lebensbäumen.


Recht unterschiedliches Wetter begleitete die Trekkinggruppe auf ihren Wanderun­gen im Geghama Gebirge. So entstanden andererseits stimmungsvolle Aufnahmen bei der Besteigung des 3.597 m hohen Azdahak. Es folgten Besuche bei den äußerst freundlichen jesidischen Nomaden, in deren Jurten sogar das Backen des speziellen armenischen Fladenbrotes, Lavasch zu beobachten war.


Als großes bergsteigerisches Ziel bezeichnete Sedlmeier letztlich die Besteigung des Westgipfels, des höchsten Berges des Landes, des 4006 m hohen Aragaz. Über einen felsigen Schlussanstieg erreichten alle Teilnehmer den höchsten Punkt und genossen den herrlichen Rundblick über eine fern liegende, aber zauberhafte Vulkanlandschaft.


Der Vereinsvorsitzende Jürgen Fröbus gab einen kurzen Ausblick über die anstehenden Vereinsfahrten und mahnte gleichzeitig zur Vorsicht beim Tourengehen wegen der derzeit angespannten Lawinenlage im Gebirge. Zum Abschluss des Abends und gleichzeitig zum Ende seiner 15-jährigenTätigkeit als Kletterbetreuer wurde Franz Leitl ein kleines Präsent überreicht und ihm für seine Aufgaben im Verein gedankt.


Erwähnt wurde darüber hinaus, dass die Hochwaldhütte auf der Rusel bis einschließlich März an den Wochenenden wieder für jedermann geöffnet ist


Text: wang

Foto: Chr. Sedlmeier

Auf dem Azhdahak im Geghama Gebirge im Armenischen Hochland.

Armenien.Sedlmeier