Bericht Sektionsabend 09.2017

Alpenverein hält Zwischenbilanz beim Sektionsabend

 

Immer noch tief betroffen zweigten sich die am letzten Sektionsabend des Alpenvereins erschienenen Mitglieder über den Bergtod von Manuela Freisinger. Die 32-jährige ausgebil-dete Apintrainerin, die seit Jahren im Bereich der Sektion Dinkelsbühl lebte, war im dortigen Vereinsleben alpinistisch sehr aktiv und auch für die alpine Ausbildung mitverantwortlich. Am 2. August 2017 war sie aus bisher ungeklärten Gründen beim Aufstieg über den Biancograt an der Bernina in der Schweiz tödlich abgestürzt. Der Vorsitzende Jürgen Fröbus bat die Anwesenden in einer Schweigeminute um ein gemeinsames Gedenken an die aus March bei Zachenberg stammende Bergsteigerkollegin.

 

Die Einleitung des Sektionsabends im Pfarrsaal St. Martin, machte ein kurzer Film über die Errichtung eines neuen Stahlkreuzes auf den Gipfel der Rauchröhren am Kaitersberg. Vor ziemlich genau 10 Jahren war das verrostete alte Kreuz von Hans Schmid erneuert und unter Beisein des Pfarrers von Mietraching, der Naturfreunde Cham und etlichen Deggendor¬fer Kletterern wieder aufgestellt worden.

 

Jürgen Fröbus machte auf die wohl durch den Klimawandel in den Alpen eingetretenen Veränderungen aufmerksam und verwies auf die zahlreichen polizeilichen Meldungen wie zum Beispiel den Bergsturz am Cengalo im Bergell, den immer häufiger auftretenden Gefahren durch Steinschlag sowie den zahlreichen Bergunfällen mit Toten und Verletzten. Zuletzt berichtet worden war in der Presse von dem tragischen Seilschaftssturz am Gabler in der Zillertal-Tauernregion, bei dem sechs Bergsteiger in die Tiefe gerissen wunden. Fünf von ihnen hatten den Absturz nicht überlebt (die PNP hatte mehrfach berichtet). Erhöhte Vorsicht und geändertes Sicherungsverhal¬ten auf den immer blanker werdenden Gletschern ist des-halb geboten.

 

Aus diesem aktuellen Anlass, kam nochmals Sigi Stangl zu Wort, der mit Bildern von seiner Eisausbildung die Sicherungstechnik am Gletscher, das Gehen mit Steigeisen auf Blankeis, Spaltenbergung und Sturzversuche im steilen Firn erläuterte. Er hatte seine Ausbildung, zu-sam¬men mit Manuela Freisinger, in Kursen beim Polizeibergführer Poidl Hausinger absol¬viert. "Ich habe damals mit Manu zusammen meine Führerausbildung gemacht und ich kannte sie von gemeinsamen Hochtouren sehr gut“ so Stangl "und gerade deshalb bin ich immer noch von ihrem Bergunfall geschockt. Mit diesem Bewusstsein, bekommt die Führer¬tätigkeit ganz neue Einschätzungen."

 

In einem ausführlichen Statement gab der Projektleiter Erwin Schmid das Voranschreiten des Innenausbaues der Kletterhalle bekannt und zeigte anhand von Bildern, dass nach zahlreichen Arbeitsstunden bereits ein erkennbares Ergebnis vorzuweisen ist.


wang

Text zu den Fotos von Sigi Stangl:

 

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1) Sicheres und konzentriertes Gehen ist neben guter Sicherungstechnik besonders im Spaltenbereich von heute immer mehr ausapernden Gletschern oberstes Gebot.

2) Das selbständige Gehen auf aperen Gletschern, wie hier am Ramolkogel in den Ötztaler Alpen, erfordert eine ausgefeilte Steigeisentechnik.