Bericht Sektionsabend 02.2017

Marokko – Zelttrekking im Hohen Atlas
Bildervortrag von Christian Sedlmeier beim Alpenverein

 

Ehe der Vortragswart des Alpenvereins, Christian Sedlmeier, die etwa 40 Besucher beim Februarsektionsabend in den heißen Sand Marokkos entführte, begrüßte der Vorsitzende Jürgen Fröbus die Erschienenen und gab ein kurzes Statement über die anstehenden Aktivitäten, ebenso, wie über den Stand des Kletterhallenbaus. Hier warte man lediglich noch auf günstigere Wetterbedingungen für den Fenstereinbau. Der Trockenbau und der Innenausbau der Kletterwände stehe an.

 

Die Reise nach Marokko, die Sedlmeier im September 2014 mit einer Reisegruppe von Hauser-Reisen durchführte, brachte Ihn zuerst in die auch als „Rote Stadt“ bekannte Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur Marrakesch. Ein Stadtrundgang der im Südwesten Marokkos gelegenen, etwa 930.000 Einwohner zählende „Perle des Südens“, vermittelte den Bergsteigern gleich die ersten Eindrücke. „Durch einen Terroranschlag in April 2011 auf ein Cafe am belebten Marktplatz Djemaa el Fba“, erlangte dieser traurige Berühmtheit“, so Sedlmeier Wo früher öffentliche Hinrich­tungen stattfanden, herrscht heute ein reges Treiben mit Eselskarren, jede Menge bunter Verkaufsstände für Obst und Gemüse und sogar Metzger, die ganze Schaf­köpfe zum Verkauf anbieten. Neben dem Bahia-Palast mit seiner wunderschönen Ornamentik, dem Garten Jardin Majorelle mit seiner vielfältigen exotischen Pflan­zenwelt und eigentümlichen Architektur lagen auch die berühmten Suqs im Interesse der Besucher.

 

Das überlaufene Touristenziel verlies die Trekkinggruppe bald in Richtung Hoher Atlas, mit dem Ziel des 4068 Meter hohen Jbel M’Goun. Im Rahmen einer Nord-Süd-Querung von Agouti im ca. 1800 m hoch gelegenen Aït Bougoumez-Tal aus wollten die von einer Küchenmannschaft und Pferden begleiteten Bergsteiger, den  dritt­höchs­ten Berg Nordafrikas angehen. Die Vortragsbesucher erlebten Bilder einer faszinierenden roten und wilden Landschaft, vegetationslos und nur dort grün und bewachsen, wo es Wasserläufe gibt und wo man nur noch vereinzelt aus Stampf­lehm, vermengt mit Stroh gebaute Häuser sieht.

 

Im letzten Lager vor der Bergbesteigung überraschte die Mannschaft ein Gewitter und anhaltender Starkregen brachte Schneefall bis auf eine Höhe von 3.000 Metern. Das Wetter verbreitete bald aber wieder die Zuversicht auf einen Gipfelerfolg, doch gefrorener Altschnee, Geröll und herab springende Steine verhinderten auf 3.800 Metern einen weiteren Aufstieg und bei blauem Himmel musste die Truppe auf Geheiß des Führers den Rückweg antreten.

 

Die nun folgenden Tage erlebten die Trekker mit dem Durchwandern der M’Goun-Schlucht. Zunächst ging es entlang an tief eingeschnittenen Flussläufen, Almen mit Schaf- und Ziegen­herden und bizarre Felstürme säumten den einsamen Weg. Nur mit Sandalen an den Füßen konnten die zahlreichen Flussdurchquerungen im eisigen und von den Gletschern gespeisten Wassern gemeistert werden. Endlich wurde das Ziel, die Straße der Kasbas auf der Südseite des M’Goun-Gebirges er­reicht und mit der Besichtigung des an den Hang gebauten, befestigten Berberdorfes Ait Benhaddou, einem UNESCO Weltkulturerbe, fand die Reise einen interessanten Abschluss.

 

wang

 


SecAbFeb2-17

Flussdurchquerung bei der Wanderung durch die M’Goun-Schlucht im südlichen Atlasgebirge in Marokko (Foto: Chr. Sedlmeier)