Bericht Sektionsabend 03.2016

Vortrag über die „Haute Route“ beim Sektionabend
Jürgen Fröbus berichtet von seiner Skidurchquerung von Chamonix nach Zermatt

 

Dieter Seibert beschreibt in seinem 1980 erschienenen Buch die Haute Route als die schönste Bergfahrt der Alpen mit Skiern. Mögen zwar die Alpen in den vergangenen Jahren immer wieder auf neuen Routen zu Fuß, per Mountainbike oder auf Skiern durchquert worden sein, für jeden Skitourengeher bleibt die Haute Route aber ein Zauberwort.


Entsprechend zahlreich waren dann auch die Besucher des Sektionsabends im März der diesmal im Gemeindesaal von Sankt Martin stattfand. Am 08. April 2012 war der Vereinsvorsitzende Jürgen Fröbus, zusammen mit seiner Frau Barbara Walter in Begleitung von Helmut Plötz und Seppi Murauer aufgebrochen, diese eindrucksvolle Durchquerung der Superlative, wie sie D. Seibert nennt, anzugehen. Unter den anwesenden Gästen war auch Manfred Eiberweiser sen. Er hatte bereits 1970 zu­sam­men mit Sepp Murauer sen., die gleiche Tour absolviert. Erstmals wurde sie ja schon im Jahre 1911 begangen, sagt Fröbus, damals aber ohne die heute vorhan­denen Hütten.


Die Tour beginnt, so der Vortragende, mit der Auffahrt mit der Bergbahn von Argentière im Chamonixtal, hinauf auf 3.300 Meter unterhalb der Felswände der Aiguille des Grands Montets und führt vom Montblancmassiv quer durch die Walliser Alpen nach Zermatt. Fröbus zeigte Bilder von einer grandiosen Szenerie die der Tourengeher von berühmten Berglandschaften serviert bekommt, wie dem Argen­tirère-Kessel, dem Grand Combin sowie den Nordwänden von Dent d’Hérens und Matterhorn. Der Weg führt über 17 Gletscher, zwölf Jöcher mit bis zu einer Höhe von 3.802 Metern und der Skifahrer darf Abfahrten von über zehntausend Höhenmetern genießen.


Da die Gruppe um Fröbus genau an den Osterfeiertagen unterwegs war, waren entsprechend viele Tourengeher in den Hütten und auf der Tour. Der Vereinsvor­sitzende wählte deshalb, abweichend von der Originalführe immer wieder Ausweich­ziele aus, wie die Vélanhütte oder die Rifugio Nacamuli al Col Collon. Auch Lawinen­abgänge an der Valsorey-Hütte und ungünstige Schneebedingungen, zwangen die Skitourengeher immer wieder auf Ausweichstrecken. „Dafür hatten wir die Hütten oft für uns allein“, so Fröbus.

 

Gleich am zweiten Tag, der einwöchigen Tour, genossen die Alpenvereinler die Abfahrt bei 20 cm Pulverschnee von der Trienthütte, vorbei an Eistürmen und wilden Gletscherbrüchen und kamen nach Champex und Bourg St. Pierre. Nach einem Besuch der Vèlanhütte und einer wetterbedingten Unterbrechung, wurde die Tour in Arolla fortgesetzt und führte über mehrere Jöcher nach Zermatt. „Kondition, skifahre­risches Können, Erfahrung im Umgang mit Lawinen und das Gehen mit Steigeisen, sind Grundvoraussetzung für diese Unternehmung“, erzählte Fröbus, als seine Truppe nach sieben Tagen das Skigebiet unter dem Matterhorn erreichte.

 

Text: wang

 

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Die Begleiter von Jürgen Fröbus bei der Abfahrt über den Trentgletscher im Montblancmassiv (Foto: Fröbus)


Bild Nr. DSCF2681:

Am fünften Tag der Skidurchquerung erreicht die Gruppe mit Jürgen Fröbus das Evéque-Massiv in den Walliser Alpen (Foto: Fröbus)