Bericht Sektionsabend 02.2016

Kultur und Trekking in Äthiopien
Bildervortrag von Christian Sedlmeier beim Alpenverein

 

Wer sich Äthiopien als ein touristisch nur mit Vorbehalten zu bereisendes Wüsten­land Nordafrikas vorstellt, der wurde beim Vortrag des Bergsteigers Christian Sedlmeier  eines Besseren belehrt. Der Fotograf aus Osterhofen nahm beim letzten Sektions­abend des Deggendorfer Alpenvereins im Tennisstüberl seine etwa 50 erschienenen Bergfreunde mit auf große Tour in ein, wie er erklärte, sicheres Reiseland, nämlich in das ehemalige Kaiserreich Abessinien.

 

Mit qualitativ hochwertigen Bildern und einer versierten Videotechnik glaubte sich der Zuschauer manches Mal versetzt in eine Landschaft wie den Tafelbergen Venezue­las oder farbenprächtiger Canyons auf Island. Wäre man da nicht ganz verwundert, ist die geologische Entstehung des durchwanderten Semyen-Nationalparks vulkani­schen Ursprungs.

 

Doch zunächst war ein großartiges Kultur- und Besichtigungsprogramm angesagt. Die beste Reisezeit ist im Oktober und November und so begann auch die Tour von Sedlmeier mit einer deutschen Reisegruppe 2014 mit dem Flug in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba, mit seinen ca. 3,3 Mio. Einwohnern. Die ersten Eindrücke sammelten die Trekker auf dem größten Einkaufsmarkt des Landes mitten in der Großstadt, wo es vom Baustahl über Plastikkanister bis hin zu Weihrauch und Gewürzen alles zu kaufen gibt.

 

Zwei kurze Inlandsflüge brachte die Reisegruppe nach Lalibela und Axum. Besonders beeindruckende Bilder zeigte der Vortragende vornehmlich von Sakralbauten, mehrheitlich Gruft- und Grottenkirchen, also völlig aus dem Fels gehauene unterirdische Gotteshäuser, gewaltigen Ausmaßes. Dazwischen konnte man sehen, wie Fladenbrot aus Teff, einer glutenfreien Zwerghirseart, gebacken wird und wie im Ursprungsland des Kaffees, der selbst nicht nur getrunken, sondern durch mehrstündiges Zelebrieren von der Röstung bis zum Verzehr in Verbindung mit Weihrauch genossen wird.

 

Ein weiteres Kulturhighlight war die frühere Kaiserstadt Gondar, ehe man auf einem Papyrusboot auf dem Tana See dem Blauen Nil sehr nahe kam. Dann aber sollte es höchste Zeit sein für das Trekking durch das Hochland des Semyen-Nationalparks. Mit ortskundigem Führer gings durch tiefe Schluchten, die die Hochflächen durch­schnei­den und gewaltige Tafelberge ragen in den Himmel. Hier ist die Heimat der Walia-Steinböcke und der sogenannten Blutbrustpaviane, von denen Sedlmeier einige scharf vor die Linse bekam. Mit Bildern von über 4000 Meter hohen Trekking­gipfeln und beeindruckenden Tieraufnahmen, schloss Sedlmeier seinen Vortrag.

 

Vereinsintern blieb noch darauf hinzuweisen, dass am Montag, den 22. Februar 2016 um 20.00 Uhr eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Tennisstüberl statt­findet, bei der ein dritter Vorstand gewählt und verschiedene Satzungsän­derungen beschlossen werden sollen.

 

wang


Text zum Bild:
Trekkinggruppe mit Christian Sedlmeier unterwegs im Semyen-Nationalpark in Äthiopien (Foto: Chr. Sedlmeier)

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