Zeitungsbericht Sektionsabend 11.2015

Deggendorfer Alpenvereinsmitglieder vor 40 Jahren auf Grönlandexpedition
40-jähriges Jubiläum in der Familie Leitl –

 

Der Novembersektionsabend des Alpenvereins stand diesmal ganz im Zeichen der Zahl 40.
Im Sommer 1975 nämlich, führte Schorsch Leitl eine Gruppe von Deggendorfer Bergsteigern zu noch unbestiegenen Gipfeln in Grönland. Im gleichen Jahr kam sein Sohn Martin zur Welt, der heuer seine Prüfung zum staatl. gepr. Berg- und Skiführer ablegte. Schorsch Leitl und Poidl Hausinger berichteten darüber.

 

Es müssen nicht immer hohe Gipfel und eindrucksvolle Felstouren sein, um seine Zuschauer zu begeistern. So zeigte Christian Sedlmeier, zur Einführung des Diaabends, mit einer Visionsschau Aufnahmen von einer Wandertour zu einem bayerischen Voralpengipfel. Er zeigte beeindruckende Herbstbilder vom Hochstaufen bei Bad Reichenhall, mit Fernblicken bis zum Watzmann und Hochkönig.

 

Im Anschluss erinnerte Schorsch Leitl mit einer Reihe von Farbdias an die von ihm vor 40 Jahren organisierten Expedition nach Westgrönland. Zum Expeditionsakader gehörten damals Sepp Reitberger, Franz Kammerer, Heini Fischer, Poidl Hausinger, Walter Wein­beck, Manfred Eiberweiser und Sepp Meier. Ein Jahr lang war intensiv geplant und vorbereitet worden, um mehrere Tonnen Ausrüstung und zwei Schlauchboote an die West­küste Grönlands, und zwar 50 Kilometer nördlich der Linie zu schaffen, wo Alfred Wegener 1930 versucht hatte, das Inlandeis zu durchqueren und dabei ums Leben gekommen ist. Im Juli 1975 schlugen dann die Deggendorfer in der Nähe von Ummanaq, direkt mit Blick auf das in den Fjorden treibende Packeis, ihr Basislager auf. Leitl erzählte von der Erstbestei­gung von 12 Gipfeln, von der Seehundjagd mit Einheimischen, von Klettereien auf einen Eisberg und von der Errichtung eines Aluminiumgipfelkreuzes.

 

Mit aktuellen Bildern beleuchtete Poidl Hausinger den inzwischen 40-jährigen Sohn von Schorsch Leitl. Der bereits sehr früh aktive Martin, war schon in der Alpenvereinsjugend auf Fahrten dabei zum Klettern am Torre Grande, an der Kleinen Zinne oder in der Südwand des Hochkönig. Als Medizinstudent war Martin Leitl mit einem Team von Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2000 in Ghana im Einsatz und 2007 bei der Ebolaepidemie in Afrika. Als Bundeswehr­soldat kam er 2007 nach Afghanistan, bevor er sein Medizinstudium abschloss. Es folgte eine Auslandsbergfahrt nach Spitzbergen und eine Grönlandtour mit dem Boot. Hausinger zeigte Bilder, wo Martin Leitl als rettungsfliegender Arzt in Lauterbrunnen oder bei seiner Bergführerausbildung zu sehen war. Zwischenzeitlich hat der frisch gebackene Bergführer schon mehrere Kunden auf 4000er in der Schweiz begleitet.

 

Zum Abschluss verwies Hausinger noch auf die Nepalhilfe Beilngries e.V., wie sich dieser Verein nach dem Erdbeben bei den betroffenen Bewohnern in Nepal engagiert und natürlich auf Spenden angewiesen ist.


wang

 


DSC01224

Der Deggendorfer Bergführer Martin Leitl (l.) der seinen Bruder Christian auf den Gipfel des 4.107 m hohen Mönch in den Waliser Alpen geführt hat.