Bericht Sektionsabend 09.2015

Diavortrag beim Alpenverein über die Liparischen Inseln

 

„Ich wollte bei Sonnenuntergang auf dem Gipfel des Vulkans Stromboli stehen und im schwarzen Lava Sand biwakieren“ erzählte Erich Binder seinen Besuchern beim ersten Sektionsabend des Alpenvereins nach der Sommerpause. Im Gasthaus zur Knödlwerferin zeigte Binder seine Dia Reihe über seine Reise zu den Liparischen Inseln im Thyrrhennischen Meer. Die aus sieben bewohnten Inseln bestehende Insel­gruppe mit insgesamt circa 14.000 Einwohnern gehört politisch zur Provinz Messina der italienischen Region Sizilien.

 

Nach einem Flug nach Catania auf Sizilien und einem Übersetzen mit einem Fähr­boot von Messina aus, besuchte der Vortragende als erste und größte, die Isola di Lipari, bekannt durch seine Bimssteingewinnung. Imposant ist vor allem der Burg­berg mit der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Burganlage und der Kathedrale San Bartolomeo.

 

Auf der Insel Vilcano bestieg Binder den Krater des mit 500 Metern höchsten Berges der Insel. „Der Dampf und Rauch mit ätzendem Schwefelgeruch der aus Erdlöchern austritt ist so heiß, dass die Gefahr besteht, sich die Sohlen zu verbrennen“ schilder­te der Vortagende. Eindrucksvolle Bilder zeigte er auch vom Tal der Monster, in dem erodierte schwarze Schlackeformationen an Tiere und Fabelwesen erinnern.

 

Teils zu Fuß oder mit dem Motorroller erkundet Binder die Isola die Panarea, dem Sommertreff der gehobenen italienischen Gesellschaft und Isola die Salina, einzige Insel mit eigenem Spüßwasservorkommen. Die übrigen Inseln müssen vom Festland aus durch Schiffe mit Trinkwasser versorgt werden.

 

Das Highlight des Vortrags bestand in der Besteigung des Stromboli, einem noch tätigen Vulkan mit einer Höhe von 960 Metern. Binder ging um 16.00 Uhr auf Meereshöhe los und erreichte rechtzeitig zum Sonnenuntergang den Kraterrand. Danach richtete er sich im Gipfelbereich bis 2.00 Uhr morgens ein Biwak ein und konnte dabei das faszinierende Schauspiel der regelmäßig erfolgenden Lavaaus­brücke erleben. Er zeigte stimmungsvolle Aufnahmen von Dampf- und Rauchschwa­den vor orangerotem Horizont. Mit einer geführten Wandergruppe machte sich der Vortragende dann in zwischenzeitlich dichtem Nebel an den Abstieg.

 

wang

 


Stromboli

Rauchschwaden aus dem Krater des Vulkans Stromboli, Liparische Inseln.
Foto: E. Binder