Zeitungsbericht Sektionsabend 09.2014

Vor 30 Jahren - Drei Deggendorfer auf dem Pik Korschenewskaja (7105 m)
Nostalgischer Diavortrag beim Deggendorfer Alpenverein

Nach der Sommerpause beginnt beim Deggendorfer Alpenverein im September die jährliche Vortragsreihe bei den Sektionsabenden. Aus gegebenem Anlass wurde das Programm geändert und Poidl Hausinger und Manfred Eiberweiser berichteten mit nostalgischen Farbdias über ihre, nunmehr ziemlich genau 30 Jahre zurück liegende Expedition in das Pamirgebirge.
Der Zufall wollte es, dass der zweite Vereinsvorsitzende Jürgen Fröbus aus den Zuschauer­reihen, die frisch gebackenen 7.000er-Besteiger Hans Kürschner und Ria Putz zu ihrem Erfolg am Pik Lenin in Kirgistan beglückwünschen konnte. Ein weiterer Zufall war die Tat­sache, dass beide gerade erst einmal zwei Wochen das gleiche Basislager in Ashik Tash verlassen hatten, zu dem auch Hausinger und Eiberweiser im Jahre 1984 aufgebrochen waren.


Die Deggendorfer, zu denen auch Hermann Apfl zählte, gehörten einer 10-köpfigen Gruppe von Polizeibergführern an, deren Ziel die Besteigung des Pik Kommunismus (heutiger Name: Pik Ismoil Somoni) in der damaligen Sowjetunion war. Der mit 7.495 Metern höchster Berg der früheren UdSSR, jetzt also zu Tadschikistan gehörend, wurde mit schweren russischen Lastenhubschraubern angeflogen und dort zunächst das Fortambekbasislager  eingerichtet. Hausinger schilderte, dass die ganze Organisation der Reise über das damalige russische olympische Komitee nach einem genau vorgegebenen Plan abgewickelt werden musste. Nach mehreren Eingehtouren zur Akklimatisation und nach ärztlicher Kontrolle, wurde über die steile und felsdurchsetzte Nordflanke der Berg angegangen und zwei Hochlager auf 5.100 und 6.200 Metern eingerichtet. „Dort galt dann die Devise, 8 Stunden gehen, 8 Stunden Schnee schmelzen und 8 Stunden Schlafen“ so Hausinger, ehe die Gruppe ihre 20 kg schweren Rucksäcke über ein 12 Kilometer langes Hochplateau schleppen musste.


Beim Versuch in 6.400 Metern Höhe ein weiteres Lager aufzubauen, machten sich bei mehreren Teilnehmern gesundheitliche Probleme bemerkbar und man merkte, dass man noch nicht ausreichend akklimatisiert war. Unter stahlblauem Himmel war der höchste russische Gipfel in greifbare Nähe gerückt, doch die Situation verlangte einen Abbruch und eine Umkehr ins Basislager.


Das Wetter versprach noch anhaltend schöne Tage und für die Gruppe bestand noch genügend Zeit bis zur Abreise, so genehmigte der russische Lagerchef die Besteigung des nahe gelegenen Pik Korschenewskaja mit 7.105 Metern. Auch hier mussten nochmals zwei Hochlager errichtet werden und die Materialschlepperei begann aufs Neue. Mit eindrucksvollen Bildern zeigte Hausinger den Aufstieg über steile Felskletterstellen und einen ausgesetzten Firngrat zum Gipfel. „Bei schönstem Wetter konnten wir dann unseren Erfolg und die Aussicht über zahllose Pamirgipfel genießen,“ so der Vortragende.


WAng