Bericht Sektionsabend 10.3.2014

Bergsteigen in Peru.
Jürgen Fröbus berichtete in seinem Lichtbildervortrag beim Alpenverein über Trekking und Bergsteigen in der Cordillera Vilcanota in den peruanischen Anden.

 

Nach der Bilderreise durch Ecuador beim vergangenen Sektionsabend des Deggen­dorfer Alpenvereins, stand diesmal noch einmal Südamerika auf dem Programm. Der zweite Vorsitzende Jürgen Fröbus hatte sich anlässlich seines 50. Geburtstages, die 3-wöchige Reise in die peruanischen Anden gegönnt.

Zusammen mit Ehefrau Barbara flog er in einem 8-köpfigen Team des DAV Summit Club unter Leitung des Ausbilders für Höhenmediziner, Dr. Wolfgang Schaffert Ende Juli vergangenen Jahres nach Lima, der quirligen Hauptstadt Perus. In einem kurzen Besichtigungsprogramm wurde die Plaza de Armas im historischen Zentrum, das heute Weltkulturerbe ist, der Bischofspalast, die Francesco Kathedrale und die Kata­komben, alles Zeugen der spanischen Herrschaft nach dem Eroberer Francisco Pizarro, besich­tigt.

Mit einem Flug in das 3300 m hoch gelegene Cusco, der ehemaligen Hauptstadt des sagenumwobenen Inka-Reiches, wurde zunächst das Kulturprogramm fortgesetzt. Cusco wurde einst als „die goldene Stadt“ und das Herz des Inka-Imperiums sogar als der „Nabel der Welt“ bezeichnet. Fröbus zeigte Bilder von den faszinierenden Bau­­denkmälern und imposanten Terrassenanlagen von Pisac und der wuchtigen Festung Sacsayhuaman. Der Bau der aus riesigen Steinquadern bestehenden Inka­mauern ist bis heute noch nicht nachvollziehbar erforscht.

Fröbus führte seine Zuschauer nun auf das erste, 3-tägige Trekking-Abenteuer das über drei 4000 Meter hohe Pässe führte. In den Bildern waren mit braunem Gras bewachsene terrassierte Felder zu sehen, aber auch unwegsames Gelände durch den Berg-Dschungel, begleitet mit atemberaubender Aussicht auf die schneebe­deckten Gipfel der Cordillera Urubamba. Kurzer Zwischenstop in der Inka-Stadt Ollantaytambo bevor der nächste kulturelle Höhepunkt Machu Picchu folgte. Die erst im Jahre 1911 entdeckte „Verlorene Stadt, die UNESCO-Weltkulturerbe ist und zu den „Neuen Sieben Weltwundern“ zählt, verdiente es, einen Tag Besichtigungspause einzulegen.

Dann war Aufbruch zum 7-tätigen Trekking durch die Cordillera Vilcanota mit dem Ziel der Besteigung des 6336 m hohen Nevado Ausangate. Durch einsamste Anden-Land­schaften wanderte die Gruppe und nur manchmal waren ein paar Hirtenhütten zu sehen, aber die Ausblicke auf die Fünf- und Sechstausender der Cordillera Vilcanota beschrieb Jürgen Fröbus als unvergesslich. Unter den Eisgipfeln weideten Alpakaherden in der baum- und strauchlosen Pampa. Ausgehend vom Ort Tinqui auf 3700 Meter wurde zur Akklimatisierung die tägliche Höhe des Zeltüber­nachtungs­platzes langsam gesteigert, bis nach sechs Tagen das Ausangate Basecamp auf 4800 Metern bezogen wurde.

Zur Höhenanpassung wurden drei Gipfel mit jeweils über 5400 m Höhe bestiegen und man errichtete auf 5700 Metern ein Hochlager, von dem aus der Gipfel ange­gangen werden sollte. Unmittelbar nach dem Hochlager beginnt die Schlüsselstelle der Besteigung. Eine 200m hohe und 55° steile Firnwand muss überwunden werden. Dazu legen die Bergführer ein Fixseil durch die Eiswand. Leider machte es körper­hoher Triebschnee dem Expeditionsleiter und den einheimschen Bergführern unmög­lich auch nur einen Fixpunkt zu legen und die Gruppe musste umkehren.

Als Ausweichtour bot sich der gegenüber liegende 5500 Meter hohe Maria Posa an. Morgenrot kündigte einen herrlichen Tag an, als die Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfel nochmals zu ihrem Traumziel den Ausangate hinüberblicken konnten und mit Entsetzen feststellten, dass wohl in der Nacht eine Eislawine ihren letzten Hochlager­platz überrollt hatte. Die Folgen wären nicht auszudenken gewesen.

„Umso mehr freuten wir uns,“ so Jürgen Fröbus, „dass wir die Gipfelüberschreitung des nur 5500 Meter hohen Maria Posa in unser Tourenbuch schreiben konnten.“ Über Chillca kehre die Bergsteigergruppe wieder nach Cusco zurück.

 
Wang
Peru 2013 779 

Text zum Foto:

Jürgen Fröbus (l.) mit dem Expeditionsleiter Dr. Wolfgang Schaffert auf dem Gipfel des Maria Posa (5500 m) mit dem Ausangate im Hintergrund (privat).