Zeitungsbericht Sektionsabend Februar 2014

Eine Reise nach Ecuador

 

Erich Binder berichtet beim Alpenverein über Bergsteigen in Südamerika  

 

Vor fast genau einem Jahr, kamen Erich, Binder, Fachübungsleiter für Alpinklettern, zusammen mit Hans Bredl, Vorsitzender der Ortsgruppe Regen des Deggendorfer Alpenvereins und mit weiteren drei befreundeten Bergsteigern aus der Region, von ihrer Südamerikareise zurück. Im Gepäck nicht nur eine Reihe von Andengipfeln jenseits der 5000tausendmetergrenze,  sondern auch jede Menge Erlebnisse und insbesondere Lichtbilder. Letztere zeigte er beim vergangenen Sektionsabend seinen zahlreich erschienenen Vereinskollegen und interessierten Gästen.

 

  15 Stunden dauerte der Flug nach Quito, der Hauptstadt des „Landes der Vulkane", wie Ecuador auch genannt wird. Den Namen hat Ecuador aber von der Äquatorlinie, die unweit von Quito durch das Staatsgebiet verläuft. Mit 15 Millionen Einwohnern ist der Staat aber flächenmäßig fasst doppelt so groß wie England und davon leben 2,7 Millionen in der zweitgrößten Stadt des Landes, nämlich der auf 2.850 m hoch gelegenen Hauptstadt Quito.

 

  Nach ihrer Ankunft stand für die Reisegruppe zunächst einmal eine Stadtbesichtigung an und Binder zeigte Aufnahmen von monumentalen Bauten auf der Plaza Grande mit der Kirche San Francisco. Am Äquatormonument, das genau auf der Äquatorlinie liegt, konnten die Reisenden interessante Experimente beobachten, wie zum Beispiel ein Hühnerei auf dem Kopf eines Nagels zu platzieren, ohne dass es kippte oder die Drehung von Wasser erkennen, je nachdem ob man einen gefüllten Behälter links oder rechts des Äquators aufstellte.

 

  Interessant waren für die Zuschauer die Bilder vom Viehmarkt in Otavalo oder vom Lago Cuicocha sowie dem aus einem Vulkan entstandenen Mojanda-See, den die Gruppe umwanderte. Richtig gefährlich wurde es für die Andenbergsteiger, als sie bei der Besteigung eines knapp 4.800 Meter hohen Berges vor den Toren Quitos, in eines der berüchtigten Andengewitter gerieten und bei dichtem Schnee- und Hagelschauer zweimal fast von einem Blitzeinschlag getroffen wurden. „Es ereignete sich beim Abstieg des Berges, als drei Mann aus unserer Gruppe, begleitet von einem ohrenbetäubenden Knall, schlichtweg umgerissen wurden" schilderte Binder die Situation.   „Wir hatten während unserer 16-tätigen Reise immer wieder mit schlechtem Wetter und Nebel zu kämpfen" erzählte der Vortragende und so konnte die Bergsteigergruppe nach mehreren Akklimatisationstouren den 5116 Meter hohen Illiniza Norte in der Cordillera Occidental leider nur bei nebligen Sichtverhältnissen besteigen.  

Letztlich musste der 5.898 Meter hohe Cotopaxi nach einem gescheiterten Versuch ein zweites Mal angegangen werden. Gesundheitliche Probleme hatte die Gruppe auf zwei Teilnehmer schwinden lassen. So startete der Deggendorfer Alpinist Binder mit dem verbliebenen Bergfreund unter Leitung eines einheimischen Bergführers von der Josef-Ribasst-Hütte aus in Richtung Gipfel. Es war um 23.30 Uhr, als man den auf 4.800 Meter hoch gelegenen Stützpunkt verließ. Der Gipfelkrater, des erstmals 1872 bestiegenen Berges, wurde morgens um 7.00 Uhr erreicht. Kurze Momente mit der Aussicht auf die umliegenden Andengipfel, die das Wolkenmeer überragten, waren schließlich der Lohn, für den mühsamen Aufstieg durch gewaltige und mit Eiszapfen übersäten Gletscherspalten. Stolz hielten die Gipfelaspiranten die weißblaue Rautenfahne des Freistaates Bayern in die Kamera.   Komplettiert wurde die Reise schließlich mit einem Aufenthalt in den Thermen von Baños und einer Zugfahrt von Riobamba nach Alausi, vorbei an der berühmten Teufelsnase.

 

Bericht:  WAng  

1720

 

Foto:   Beim Abstieg im Gletscherbruch des mit 5989 Metern, zweithöchsten Berges von Ecuador, dem Cotopaxi.