Verborgene Naturgefahren im Hochgebirge

Permafrost: Sprengt er die Gipfel? lautet der Titel der Umweltdokumentation, die Regisseur und Produzent  Dennis Timm am Montagabend auf Einladung der DAV-Sektion Deggendorf  im Ruderhaus vorführte.


Die Klimaerwärmung zeigt besonders im Hochgebirge ihre Wirkung. Das Schmelzen der Gletscher und das Tauen des Permafrosts bringen die Alpen sichtbar zum Bröckeln. Wenn das  Eis, das im Gestein und zwischen den Felsblöcken als Kit dient, taut, entstehen Hohlräume, die Fundamente von Bauten im Hochgebirge (Berghütten, Masten und Seilbahnstationen) können absacken oder brechen. Wiederholtes Tauen und Gefrieren von Wasser in Felsspalten kann wie Sprengstoff wirken und ganze Berghänge in Bewegung setzen oder Felsstürze auslösen. Der Film begleitet den Geologen Volkmar Mair, Direktor des Landesamts für Geologie in Bozen, bei der Erforschung des Permafrosts in den südtiroler, schweizer und französischen Alpen. Temperatursonden in bis zu 100m tiefen vertikalen und horizontalen Bohrlöchern liefern wichtige Erkenntnisse über den Zustand des Permafrosts. Mittels terrestrischen Laserscannings werden kleinste Geländeveränderungen am Blockgletscher gemessen. Anhand von geoelektrischen Messungen kann der Eisgehalt und die Temperatur im Boden langfristig verfolgt werden. Ziel des Monitorings ist es, genauer zu verstehen, unter welchen Voraussetzungen es zu Berg-und Felsstürzen im Permafrost kommt, um die Alpenbevölkerung besser vor Naturkatastrophen zu schützen. Denn, so Volkmar Mair, „wir können die Alpen nicht kühlen“.
Im Anschluss an den sehr informativen, aber auch unterhaltsamen und mit  herrlichen Bergaufnahmen aufgelockerten Film konnte Herr Timm noch viele Fragen der interessierten Zuschauer beantworten.


Privatpersonen können die DVD in der Geschäftsstelle des DAV ausleihen. Darüber hinaus ist der Dokumentarfilm am 24.10. in Tegernsee beim Bergfilm Festival zu sehen.