Die DAV-Klettersteigausbildung 2015

Am 15.06.2015 war die Auftaktveranstaltung des Klettersteigkurses 2015.
In den Räumen der Deggendorfer Sektion trafen sich die Kursteilnehmer und ihr Ausbilder zu einem ersten Gedankenaustausch und zum Kennenlernen.

 

Nach der Vorstellungsrunde ging es allerdings auch gleich zum theoretischen Teil der Ausbildung. Die vielen Problemfelder, die es zu beachten gilt, bevor man eine Bergtour beginnt, verdeutlichte uns Hans anhand vieler praktischer Beispiele. Es folgten Themen wie persönliche Voraussetzungen, Ausrüstung, Gefahren am Klettersteig und in den Bergen und allgemeine Regeln im Gelände. Anschließend wurden uns die wichtigsten Knoten gezeigt und es ging ans Üben und erlernen des Sackstiches, des Mastwurfes und des Halbmastwurfes usw. Hans überließ uns die von ihm erstellte schriftliche Zusammenfassung der ersten Ausbildungseinheit und trug uns auf bis zum nächsten Dienstag die Inhalte auch nachzubereiten und besonders die Knoten zu üben. Voll motiviert gingen die Kursteilnehmer anschließend auseinander und freuten sich bereits auf die kommende Ausbildungseinheit an der Deggenauer Martinswand.

 

Eine Woche später traf sich der Kurs bei gutem Wetter in Deggenau an dem von der Deggendorfer DAV-Sektion errichteten Übungsklettersteig an der Martinswand. Jeder einzelne erlernte das richtige Anlegen der Kletterausrüstung und was sonst noch alles dazu gehört. Anschließend ging es endlich ans Klettern. Wir kletterten verschiedene Routen und bekamen dabei vieles erklärt, was so alles passieren kann und wie man am besten darauf reagiert. Sollte uns ein Drängler hinterher steigen oder wie wir uns verhalten sollten bei Gegenverkehr. Auch die Wichtigkeit des Eintrages in ein Gipfelbuch oder bei Orientierungspunkten wurde uns klar gemacht. Auch die Schwierigkeitsgrade der Klettersteige konnten wir jetzt in der Praxis gut einschätzen. Nach einer kurzen Abschlussbesprechung trennte sich die Gruppe und freute sich auf die nächste Einheit, wo dann auch das Seil eine Rolle spielen sollte.

 

Am folgenden Dienstag, einem sehr heißen Sommertag, kamen wir wieder zusammen und erhielten nach einer Runde "Warmklettern" eine Einweisung in die Möglichkeiten, wie ein Seil eingesetzt werden kann. Im speziellen lernten wir den Umgang mit einem Bergseil kennen. Dies kann nicht nur zur Partnersicherung eingesetzt werden sondern kann auch dazu dienen, z. B. ein Stück eines beschädigten Drahtseiles am Klettersteig (evtl. beschädigt durch einen Blitzschlag) zu ersetzen und so den gesicherten Überstieg für sich selbst und für die Partner bis zum gesicherten Steig zu überbrücken. Voraussetzung hierfür ist allerdings das Beherrschen und das sichere Anwenden der erlernten Knoten. Highlight des Tages war dann das Anwenden des Halbmastwurfes. Wir seilten uns also gegenseitig ab bzw. sicherten den Partner über eine schwierige Stelle hinauf. Das sogenannte "Aufschießen" des Seiles, also das richtige Aufwickeln wurde uns vom Hans zum Schluss noch gezeigt und er stellte in der Abschlussbesprechung eine Vertiefung in die Seilkunde in der vierten Ausbildungseinheit in Aussicht.

 

Wieder eine Woche später, an einem noch heißeren Dienstag, begannen wir gleich mit der Wiederholung des bisher Erlernten und Hans zeigte uns noch weitere Varianten der Seilsicherung, die wir dann auch "in der Höhe" übten. Die vielfältigen Möglichkeiten, die Hans uns zeigte oder erklärte, brachte uns wieder zum Staunen. Zu guter Letzt besprachen wir noch die Einzelheiten der bevorstehenden Fahrt zum Grünstein in Schönau am Königssee, der die Kursteilnehmer bereits schon nervös entgegenfieberten.

 

Am Samstag ganz früh am Morgen starteten wir in Richtung Königssee, an dem wir gegen 9:00 Uhr ankamen. Bei bestem Bergwetter freuten wir uns alle auf den Isidor-Klettersteig (Schwierigkeitsgrad B/C). Nach kurzem, aber anstrengendem Zustieg legten wir am Ausgangspunkt des Klettersteigs unsere Klettersteigausrüstung an und prüften - wie wir es an den Abenden zuvor gelernt hatten - gegenseitig, ob alles richtig angelegt war. Gespannt, wie wir den Klettersteig meistern würden, stiegen wir ein. Hans gab uns während des Aufstiegs hilfreiche Tipps und achtete darauf, dass wir das Erlernte richtig umsetzten. Immer wieder genossen wir die tolle Aussicht auf den Königssee und das tolle Bergpanorama rund um den Watzmann. Schließlich hatten wir es geschafft, stolz und glücklich trugen wir uns am Ende des Klettersteigs in das Klettersteigbuch ein. Nach einer wohlverdienten Rast im Grünsteinhaus machten wir uns an den Abstieg zum Königssee.

 

Jede Minute dieser vier absolut zielführenden Ausbildungsabende war für uns mehre als spannend! Die große Umfänglichkeit der Ausbildung führte uns zu einer relativen Sicherheit, mit der wir jetzt eigenverantwortlich in die Berge gehen. Für das Engagement von unserem Ausbilder Hans Kürschner bedanken wir uns ganz, ganz herzlich !!!


Gerhard Firla, Sigrid und Gerhard Gietl

 

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