Hochtourentage im Ötztal


Am Freitag, 04.08.2017 starteten wir (Gerlinde, Michael und Kathrin) gemeinsam mit unserem Führer Hans (später nur noch der Veranstalter genannt ;-) ) Richtung Vent im Ötztal.

Bis kurz nach München begleitete uns noch der Regen, aber dann wurde es immer schöner und bis wir in Vent ankamen lachte schon die Sonne vom Himmel und wir starteten frohen Mutes Richtung Hütte. Ein paar Höhenmeter und einem verarzteten Knie später trafen wir auf der Vernagthütte (2.766 m) ein und machten es uns erst mal bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse gemütlich. Ein Teil der Truppe erkundete im Anschluss noch die Umgebung rund um die Hütte, bevor man sich am Abend, fast wie im Hotel gleich, ein 3-Gänge-Menü schmecken ließ. Anschließend ging es an die Planung der nächsten Tage. Die Wetterprognose war durchwachsen, wobei der Samstag laut den Wetterfröschen noch der bessere Tag werden sollte. Deshalb sparten wir uns einen „Einlaufgipfel“ und nahmen gleich am Samstag unseren Hauptgipfel, die Wildspitze, in Angriff.


Um 5:45 Uhr standen wir abmarschbereit vor der Hütte. Rechterhand starteten wir bei bestem Bergwetter über eine Moräne und über mehrere schon am Morgen gut gefüllte Gletscherbäche, von den wir hofften, dass wir sie am Nachmittag auch noch trockenen Fußes queren können, Richtung Gletschertor des kleinen Vernagtferners. Diesem folgten wir bis zum Fuße des Brochkogeljochs, welches wir in einer schnee- und eisfreien Rinne nach einer kurzen Kraxelei erreichten. Unterhalb der Nordflanke des sich immer mehr zersetzenden Brochkogels ging es weiter Richtung Wildspitze. Schön langsam gesellten sich auch die Gipfelaspiranten/innen der Breslauer Hütte dazu und am Fuße des Gipfels angekommen merkte man dann auch an der Menschenanzahl, dass wir dem höchsten Punkt Tirols recht nahe waren. Nach einer kurzen Blockkletterei standen wir auf dem Gipfel der Wildspitze (3.768 m) und ließen uns erst mal ein Gipfelschnapserl schmecken. Bis dahin hatte uns ständig die Sonne begleitet, nun aber verschwand sie für einige Zeit hinter Wolken- und Nebelfetzen und verdarb uns damit eine weite Rundum-Sicht auf dem Gipfel. Dieser gehört einem aber ohnehin nicht lange alleine und so mussten wir uns alsbald wieder auf den Rückweg machen. Dem Aufstiegsweg folgten wir zurück und bald lachte uns auch die Sonne wieder an. Zurück auf der Hütte waren wir alle glücklich und zufrieden über die herrliche Bergtour. Selbst der dann einsetzende Regen und die eher bescheidenen Wetteraussichten für den nächsten Tag konnten dem nichts entgegensetzen.


Wenngleich der Sonntag-Morgen noch mit Sonne, blauem Himmel und nur wenigen Wolken aufwartete. Die Rucksäcke gepackt machten wir uns auf den Weg zum Fluchtkogel (3.500 m) und hofften, dass der Wettergott mit uns sein würde und die Gewitter erst am Nachmittag aufziehen würden. Recht bald zog es aber dann schon zu und bereits bei Donnergrollen erreichten wir über den Guslarferner das Guslarjoch (3.361 m). Ein Blick Richtung Brandenburger Haus und den umgebenden Bergen zeigte nichts Gutes – alles war tiefschwarz und Blitze zuckten dort bereits über den Himmel. Deshalb erklärten wir das Joch zu unserem Gipfelpunkt und kehrten auf dem Aufstiegsweg wieder Richtung Vernagthütte um. Eine kluge Entscheidung, denn bald nachdem wir auf der Hütte angekommen waren, regnete und gewitterte es heftig, später ging das Ganze sogar noch in leichten Schneefall über. Aber so ein verregneter Nachmittag auf der Hütte hatte auch seine Reize, wie wir übereinstimmend feststellten.


Montag, letzter Tag. Ein aufgeklarter, wolkenloser Himmel empfing uns am Morgen. Bestes Wetter für eine Gipfeltour, aber auf uns wartete ja auch noch der Abstieg und vor allem die lange Heimfahrt nach Deggendorf. Manche mussten am Dienstag schon wieder zur Arbeit. Deshalb entschieden wir uns einstimmig gegen einen weiteren Gipfel, aber dafür für einen längeren Abstieg über das Hochjochhospiz (2.413 m). Ein Höhenweg führte uns von der Vernagthütte dorthin und wir konnten nochmal in Ruhe und ohne Hetze die wunderschöne Bergwelt der Ötztaler Alpen genießen. Nach einer kurzen Pause auf dem Jochhochhospiz führte uns ein malerischer Weg entlang der Rofenache, der es mit allen, eventuell möglichen Gipfelblicken auf sich nehmen konnte, zurück nach Vent.

 

Danke im Namen aller Teilnehmer an Hans für die Organisation und Führung dieser Touren. Es war ein wunderbares Bergwochenende mit euch und ich habe schon lange nicht mehr so viel in so kurzer gelacht. Jederzeit wieder.

 

Bericht: Kathrin Pfeffer
Fotos: Michael Malei

 

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