Hochtouren von der Martin Busch Hütte

mit den Gipfeln Kreuzspitze 3455m als Vorspeise, die Hintere Schwärze 3628m als Hauptspeise und die Fineilspitze 3514m zum Dessert :-)

 

Freitag, 09.09.2016, 4 Uhr (ja, ihr lest richtig, 4 Uhr !), ein Parkplatz in Deggendorf. Wir (Heinze, Tanja und Kathrin) machen uns auf den Weg ins Ötztal zum letzten Hochtouren-Wochenende der Sektion Deggendorf in dieser Saison. Die Hintere Schwärze steht dieses Mal auf dem Programm. Über München-Garmisch-Seefeld-Telfs-Sölden geht es zu dieser frühen Stunde gut voran und wir sind bereits um kurz nach 8 Uhr am Parkplatz in Vent. Dort treffen wir auf einen weiteren Teil unserer 10-köpfigen Mannschaft (Erich, Uschi, Sigi, Mich und Alex). Gemeinsam steigen wir bei bestem Bergwetter über eine Umleitung, da der Originalweg wegen Steinschlaggefahr gesperrt ist, auf zur Martin-Busch-Hütte (2.501m), wo kurz darauf Regina und Stefan unsere Truppe komplettieren.


Nach einer Stärkung machen sich die meisten von uns (Erich und Tanja wollen die Ötzi-Fundstelle besichtigen) gegen Mittag auf zur Kreuzspitze, die mit 3.455 m zu einem der höchsten Ostalpengipfel gehört, die ohne Gletscherbegehung erwandert werden kann. Auf einem gut sichtbaren Weg und ohne weitere Schwierigkeiten erreichen die ersten von uns bereits nach 2 Stunden den Gipfel und genießen ein wunderschönes 360°-Bergpanorama. Wir befinden uns inmitten von bekannten Gipfeln wie der Weißkugel (3.738 m), der Weißseespitze (3.498 m), der Wildspitze (3.768 m) oder dem Similaun (3.599 m). Auch die morgen angepeilte Hintere Schwärze ist praktisch gleich nebenan. Bei Windstille, Sonnenschein und ohne weitere Gipfelstürmer können wir das Gipfelglück so richtig genießen und die tolle Landschaft um uns herum ausgiebig bestaunen. Nach dem Abstieg und dem Abendessen geht es früh zu Bett, denn für den morgigen Samstag ist nachmittags Gewitterneigung angesagt. Außerdem ist auch der ursprüngliche Weg zum Einstieg in den Marzellferner wegen Steinschlag gesperrt. Ein neuer Weg führt nun über den Marzellkamm und man muss mit ca. 1 Stunde mehr an Gehzeit rechnen.


Deshalb setzten sich bereits um 5 Uhr zehn Stirnlampen Richtung Hintere Schwärze in Bewegung. Leider müssen wir auf dem Weg zum Gletscher einen krankheitsbedingten Ausfall verzeichnen. Damit die Erkrankte nicht alleine zurück zur Hütte muss, erklärt sich Uschi dankenswerter bereit, um sie zur Hütte zurück zu begleiten. Gelebte Bergkameradschaft ist das und verdient alle Anerkennung.       

 

Der Rest der Mannschaft will seine Kräfte für die lange Tour nicht gleich am Anfang verschleudern und begibt sich langsamen Schrittes weiter auf den Weg Richtung Gletscher, wo wir um ca. 7:00 Uhr ankommen. In zwei 4er-Seilschaften folgt dann eine atemberaubende Tour über einen großen Gletscherbruch mit teils riesigen Gletscherspalten. Wir kommen nur im Zick-Zack-Kurs voran und erreichen gegen 10:50 Uhr mit einer abschließenden leichten Kletterei den 3628m hohen Gipfel. Die Sicht ist leider durch Nebelfetzen etwas getrübt, aber das tut dem Gipfelglück keinen Abbruch. Beim Abstieg bestaunen wir nochmals die enormen Gletscherspalten, die dann natürlich auch für den einen oder anderen Foto-Hintergrund herhalten müssen. Die schwindenden Kräfte lassen unsere Gedanken irgendwann Richtung Sachertorte auf der Martin-Busch-Hütte wandern, die wir deshalb flotten Schrittes gegen 15:45 Uhr wieder erreichen. Der frühe Abmarsch macht sich bezahlt, denn eine Stunde nach Ankunft auf der Hütte zieht ein Gewitter auf und wir sind froh, im Schutz der Hütte zu sein.


 
Beim Abendessen werden die Alternativen für den abschließenden Sonntag diskutiert. Früh absteigen und heimfahren oder die gute Wettervorhersage ausnutzen und noch einen Gipfel mitnehmen? Wir entscheiden uns für letztere Variante und ziehen die Fineilspitze (3.514m), ein weiterer „Wander-Dreitausender“ ins Visier. Auf dem Weg dorthin kommen wir am nächsten Tag auf dem Tisenjoch (3.210 m) vorbei, wo zwei Wanderer aus Nürnberg am 19.09.1991 „Ötzi – den Mann aus dem Eis“ gefunden haben und heute ein großes Denkmal daran erinnert. Nach einer kurzen Pause geht es über eine längere Kletterpartie (I+), die ein paar von uns stellenweise schon etwas Überwindung kostet, andere richtig euphorisch werden lässt, Richtung Gipfel, den wir gegen halb 11 erreichen. Von hier können wir ein letztes Mal die mächtigen Berge ringsum bewundern und machen uns anschließend wieder auf Richtung Martin-Busch-Hütte. Dort stärken wir uns nochmal, packen wieder alles in unsere Rucksäcke und brechen dann auf ins Tal nach Vent. Kurz bevor wir unsere Autos erreichen setzt leider der Regen ein und wir werden noch ein bisschen nass, der einzige Wehrmutstropfen eines sonst phänomenalen Berg-Wochenendes.
Die nach GPS-Daten in 3 Tagen gewanderten 4.750 Höhenmeter, die schmerzenden Knie und die mit roten Stiefeln gut bestückten Wander-Schauspielerinnen auf der Martin-Busch-Hütte bringen bei dem einen oder anderen von uns sogar die Dichter-Seele zum Vorschein.


In diesem Sinne - Ihr seid´s einfach a Wucht, i gang mit eich durch jede Schlucht, in de Berg mit eich, des is so schee, drum möchte i nächstes Jahr wieder kraxeln geh!
Danke an alle Teilnehmer für die schöne Zeit und danke im Namen aller an Sigi und Erich für die „Führung“ und Organisation.

 

Bericht: Kathrin Pfeffer
Fotos: Sigi Stangl

 

1 Httenzustieg
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2 Martin Busch ...
2 Martin Busch Htte 2 Martin Busch Htte
3 Gipfelkreuz
3 Gipfelkreuz 3 Gipfelkreuz
4 Kreuzspitze 3...
4 Kreuzspitze 3455m 4 Kreuzspitze 3455m
5 Stoamandl
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6 Samoarsee
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7. Abmarsch
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8 Riesiger Spal...
8 Riesiger Spaltenbruch 8 Riesiger Spaltenbruch
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9 Hintere Schwrze 3628m 9 Hintere Schwrze 3628m
10 Seilschaft
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11 Beeindruckende Spalten 11 Beeindruckende Spalten
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12 Spaltenlabyrinth 12 Spaltenlabyrinth
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14 vorm Abschied 14 vorm Abschied
15 tzidenkmal
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17 Fineilspitze 3514m 17 Fineilspitze 3514m