Hochtourenkurs Teil 1 (2016)

Hochtourenkurs Teil I (30.7. – 2.8.2016)
im Pitztal - Braunschweiger Hütte

 

14 Teilnehmer und 4 Ausbilder: Hans Bredl, Hans Ströbl, Sigi Stangl, Erich Binder

 

Nach zwei Vortreffen geht es am Samstagmorgen um 6 Uhr in Deggendorf endlich los zu unserer 4-tägigen Gletscherausbildung! Ein Großteil der Teilnehmer ist startklar und gespannt auf die kommenden Tage. Ein paar reisen gesondert an, ein paar haben sich schon am Vortag auf den Weg gemacht und testeten die Qualität des Klettergartens. Obwohl es der erste Tag der Sommerferien war, hatten wir Glück und kamen ohne großen Stau zeitig in Mandarfen an – nicht ganz so gut lief es für die Würzburger, die dann etwas später eintrafen. Immerhin bescherte das Sigi und seiner Truppe eine schöne Warteeinkehr im Gletscherstüberl, während der Rest der Mannschaft sich unter Führung von Hans Ströbl bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg Richtung Braunschweiger Hütte (2759m) machte und dort schon von Erich, Hans Bredl und Marco erwartet wurde. Das schwere Gepäck konnten wir gottseidank der Materialseilbahn überlassen.

Nach einer kurzen Pause und der unkomplizierten Zimmerverteilung ging‘s dann auch schon hinter der Hütte los mit Abseilen, Gehen am Geländerseil, Knotenkunde, Selbstrettung mit Hochprusiken und Steigeisenanpassung. Danach hatten wir uns als Abendessen ein leckeres 3-Gänge-Menü verdient, bevor uns Erich noch über Akklimatisation aufklärte - woraufhin dem ein oder anderen sein Bier gar nicht mehr so recht schmecken wollte. Mit dem Auftrag, die nächsten Tage ein ausführliches Akklimatisationsprotokollzu führen, unter anderem mit täglicher Überprüfung des Fingerpulses und der Sauerstoffsättigung,wurden wir dann auch entlassen und die meisten verzogen sich sehr schnell ins Bett. Auch die letzten mussten um 22 Uhr den gemütlichen Aufenthaltsraum verlassen.

Um 6:30 trafen wir uns wieder zum Frühstück, bevor wir uns auf den Weg zum Gletscher machten. Leider begann es schon bald zu regnen, so dass der Vormittag zu einer recht feuchten Angelegenheit wurde. Nichtsdestotrotz übten wir in vier Gruppen fleißig mit Steigeisen und Pickel umzugehen, Eisschrauben zu setzen und in der Seilschaft zu gehen. Als krönender Abschluss folgte die Sturztechnik, wobei dann auch der letzte nass wurde, was dem Spaß aber keinen Abbruch tat. Da die ersten schon mit den Zähnen klapperten, kehrten wir bereits um 11 Uhr zur Hütte zurück, wo es nach einer kurzen Mittagspause mit Theorie weiterging. Dank modernster Technik (Beamer!) wurden wir ausführlich über Material, Karte und Kompass, nochmal Akklimatisation und allgemeine Gletscherkunde informiert. Da es währenddessen aufgehört hatte zu regnen, wagten wir uns wieder ins Freie, um Spaltenbergung in Form des Mannschaftszuges zu üben – doch kaum waren wir zwei Schritte aus der Tür, durften wir zum zweiten Mal an diesem Tag unsere Regenkleidung testen. Nach weiterer Knotenkunde gab es wieder ein sehr reichliches Abendessen, das ein paar Mutige beim Slacklinen vor der Hütte wieder abtrainierten. Der Abend wurde auch diesmal hauptsächlich von Erich gestaltet – diesmal aber in sehr lachmuskelstrapazierender Form.

Der nächste Tag begann mit einem sehr gemütlichen Frühstück um 7 Uhr, da die geplante Gipfeltour zum Linken Fernerkogel (3278m) aufgrund von Nebel und Regen (wir sahen den Gletscher nicht mal!) entfallen musste. Der guten Laune in der Gruppe schadete das aber zum Glück gar nicht. Zunächst stand noch einmal Karte und Kompass in den einzelnen Gruppen auf dem Programm, bevor wir uns ins kalte Nass wagten, um die „Lose Rolle“ kennenzulernen und einzuüben. Nachdem sich alle wieder aufgewärmt und getrocknet hatten, unternahmen wir noch eine kleine Wanderungmit interessanter Gipfelkletterei zu einem namenlosen Gipfelkreuz (ca. 3000m). Nach und nach trudelten alle wieder an der Hütte ein und starten diesmal schon sehr früh in die gesellige Abendrunde. Nach einem wieder mal üppigen, leckeren und sehr lustigem Abendessen, erfuhren wir das Programm für den letzten Tag. Mit viel Reden, Slacklinen, Kartentricks, Wetten und Erichs guten Witzen verging der Abend leider viel zu schnell. Schließlich mussten alle noch ihre mehr oder weniger hohe Rechnung bezahlen, was zu teils sehr überraschenden Ergebnissen führte - hat vielleicht der ein oder andere nicht immer auf die richtige Nummer schreiben lassen? ;-)

Der nächste Morgen begrüßt uns beim Frühstück um 6:30 Uhr sehr viel freundlicher als die letzten beiden Tage. Nach dem Räumen der Zimmer und dem obligatorischen Gruppenfoto geht es also zum letzten Mal gemeinsam in Richtung Gletscher los, wo unter viel Gelächter nochmal Spaltenbergung mit der „losen Rolle“ geübt sowie die Pickelsicherung erlernt wurde. Während sich die meisten danach zum Abstieg und anschließender Heimreise bereitmachten, starteten Tanja, Ede, Heinze, Alex, Michael und Maria unter Leitung von Sigi doch noch Richtung Gipfel. Trotz einiger Gletscherspalten auf dem Weg kamen wir komplett und unversehrt oben an, wenn auch zum Teil außer Puste, da Sigi dem Wetter nicht so recht traute und deshalb ausgerechnet am steilsten Stück einen Zahn zulegte. Die verdiente Gipfelpause inklusive Gipfelschnaps (dank Tanja!) durften wir dann aber trotzdem genießen, bevor es den gleichen Weg zurückging. Vielen Dank für dieses lehrreiche Erlebnis, Sigi! Nach einer letzten legendären Kasknödlsuppe (oder einer anderen leckeren Stärkung) ging es zurück ins Tal, wo sich zum Glück auch alle Rucksäcke, die wieder per Seilbahn nach unten gebracht wurden, wiederfanden.

Und so starteten wir dann schließlich um ca. 18 Uhr schweren Herzens Richtung „Woid“ – die nächsten Touren sind für einige ja schon geplant. So bedanke ich mich im Namen aller für vier lehrreiche und unterhaltsame Tage, danke an unsere wunderbaren Ausbilder, schön war‘s! Von meiner Seite insbesondere ein Dank an meine Fahrgemeinschaften, meine Zimmerkollegen, die netterweise auf allzu viel Schnarchen verzichteten, und an die ganze lustige Gruppe – auf ein Wiedersehen in den Bergen!

Bericht:  Maria Gut
Fotos:    Teilnehmer

 

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